Sky-Watcher Star Discovery AZ GoTo-Montierung - Erste Erfahrungen

Einführung | Montierung mit verschiedenen Teleskop-Tuben | 6"-Tubus auf der Star Discovery-Montierung, Anpassung an Höhere Lasten | Zubehör | Erste Anmerkungen | Nützliche Hinweise aus der Anleitung | Vorläufiges Fazit | Links

Auf dieser Seite stelle ich erste Erfahrungen und einige nützliche Hinweise zusammen, die ich mit meiner AZ GoTo-Steuerung gemacht habe (seit Juli 2016). Sie hat den langen Namen Sky-Watcher Star Discovery AZ GoTo Teleskop-Montierung und ist also eine azimutale Montierung. An dieser Montierung habe ich anfänglich die Teleskop-Tuben Sky-Watcher Heritage 100P, Heritage P130 (nicht mehr in meinem Besitz) und Skymax-102 OTA verwendet. Inzwischen verwende ich "unter Vorbehalt" auch meinen Sky-Watcher Explorer 150 PDS-Newton-Tubus, obwohl er eigentlich mehr als die "offizielle maximale Zuladung" von 5 kg wiegt.

Die Sky-Watcher Star Discovery AZ GoTo Teleskop-Montierung scheint baugleich mit der Orion StarSeeker IV GoTo AZ-Montierung zu sein (ich habe mich dazu erkundigt). Letztere ist allerdings 100 EUR teurer und kann angeblich bis zu 6 kg tragen (ich habe die Orion Handbücher herunter geladen, denn sie sind auf Deutsch).

Siehe auch: Sky-Watcher Star Discovery AZ GoTo Montierung-Informationen | Sky-Watcher Star Discovery AZ GoTo Montierung - Allgemeine Erfahrungen und Überlegungen | Sky-Watcher Star Discovery AZ GoTo-Montierung - Anpassung an höhere Lasten

 

Einführung

Nach dem nicht geglückten Experiment mit einer Sky-Watcher Virtuoso-Montierung habe ich nach einer Alternative gesucht, die mir ebenfalls eine motorische Nachführung ermöglichen würde. Auf Anraten eines Händlers habe ich mich dann allerdings für eine GoTo-Montierung entschieden, bei der man die motorische Nachführung "automatisch" dazubekommt. Die empfohlene azimutale Montierung, eine Sky-Watcher Star Discovery AZ GoTo Teleskop-Montierung, trägt zudem mehr Gewicht als die Virtuoso-Montierung. Anfangs hatte ich die Montierung nicht allzu oft verwenden können, aber schon mit allen drei kleinen Teleskop-Tuben, die ich besaß, eingesetzt: Heritage 100P, Skymax-102 OTA und Heritage P130 (alle von Sky-Watcher). Inzwischen (April 2017) habe ich das Heritage P130 abgegeben, das GSO GSD680 verkauft und für letzteres einen Sky-Watcher Explorer 150 PDS-Newton-Tubus erworben. Damit kann ich alle meine drei aktuellen Teleskop-Tuben an der GoTo-Montierung verwenden, wenn auch den Explorer 150 PDS-Tubus wegen des zu hohen Gewichts nur unter "Vorbehalt".

Dazu erwarb ich einiges an Zubehör, um mir das Leben etwas zu erleichtern; dieses wird im Abschnitt Zubehör weiter unten beschrieben.

Montierung von der einen Seite

Steuerung gedreht

Dito mit externer Stromversorgung (Sky-Watcher Power Tank 12 V / 7 Ah)

 

Montierung mit verschiedenen Teleskop-Tuben

Für mehr Fotos siehe Seite Sky-Watcher Star Discovery AZ GoTo-Montierung-Informationen.

Montierung mit Heritage 100P-Teleskop-Tubus (und mit SkyWire-GoTo-Steuerung über iPad)

Heritage 100P-Tubus auf der Montierung (Gesamtsicht)

Heritage 100P-Tubus auf der Montierung, andere Seite (Gesamtsicht)

Heritage 100P-Tubus auf der Steuerung (mit Stativ); SkyWire-GoTo-Steuerung am Boden liegend, iPad auf dem Tisch liegend (beide schwer zu sehen)

Kommentar

Wegen der geringen Vergrößerung des Heritage 100P ist dessen Betrieb an der GoTo-Montierung am unproblematischsten. Kleine Ausrichtungsfehler sind leicht zu korrigieren, und das gesuchte Objekt befindet sich zumeist mindestens noch am Rande des Gesichtsfeldes im Okular. Zusätzlich läßt sich die Ausrichtung noch mit der SkyWire-Steuerung und der iPad App SkySafari korrigieren, sofern der Fehler nicht zu groß ist. In manchen Fällen habe ich es bei zu großem Fehler, der nicht direkt korrigiert werden konnte, geschafft, mich in mehreren Schritten in eine korrekte Position zu hangeln, aber das war manchmal etwas mühsam.

Wenn das 100P auf der GoTo-Montierung betrieben wird, sieht man natürlich nicht mehr Himmelsobjekte als ohne, aber man findet mehr, und manchmal erkennt man, dass etwas tatsächlich das gesuchte Objekt ist, obwohl man es bei manueller Steuerung nicht dafür gehalten hätte...

Es macht auch einen großen Unterschied im "Aufsuchtempo" aus, ob man mit oder ohne GoTo-Steuerung arbeitet. Mit der GoTo-Steuerung kann man seine Objektliste per eintippen in der Handbox oder Antippen in SkySafari immer wieder abfahren und so ohne Probleme ein Dutzend Objekte immer wieder "bedienen". Bei manuellem Betrieb dauert das Aufsuchen natürlich viel länger, vor allem wenn schwer zu findende Objekte dabei sind. Was im Endeffekt mehr Spaß macht, muss jeder für sich selbst entscheiden - bei mir wechselt das auch. Es ist jedenfalls mit der GoTo-Steuerung oft ganz beruhigend zu wissen, dass man das gesuchte Objekt "erwischt" hat und nicht eines direkt daneben, und dass es so aussieht und nicht anders...

Montierung mit Skymax-102 OTA

Skymax-102 Tubus auf der Montierung (Gesamtsicht)

Skymax-102 Tubus auf der Montierung, gedreht (Gesamtsicht)

Dito (Detail)

Die Position des Leuchtpunktsuchers ist völlig unbefriedigend - hier muss ich noch nach einer Lösung suchen.

Kommentar

Der Skymax-102-Tubus ist wegen sehr hohen Vergrößerung (Planeten-Teleskop!) am problematischsten auf der GoTo-Montierung zu verwenden. Kleine Ausrichtungsfehler, die beim 100P kaum stören, führen dazu, dass Himmelobjekte nicht gefunden werden, insbesondere wenn man extrem zwischen den Richtungen wechselt. Auch die Korrektur der Position über die SkySafari App ist schwieriger, weil die Abweichung zwischen dem Ziel, das man ansteuern will, und dem das man tatsächlich ansteuert, nicht zu groß sein darf.

Hier muss ich noch sehr viel Erfahrung sammeln, damit das Ganze nicht im Frust endet...

Montierung mit Heritage P130-Teleskop-Tubus

P130 zusammengeschoben, von der Seite

P130 ausgefahren, Gesamtsicht

Dito, andere Seite

Hinweis: Das Heritage P130 befindet sich nicht mehr in meinem Besitz.

Kommentar

Der Tubus des Heritage P130 wiegt unter 4 kg und kann deshalb an der Star Discovery-Montierung verwendet werden. Das ist mehr oder weniger das Maximum, das diese Montierung tragen kann (die Okulare wiegen auch!). Die meisten 6"-Tuben (150 mm) scheinen für diese Montierung zu schwer zu sein (um die 6 kg - aber siehe unten). Hier ein paar Fotos vom Aufbau:

Mit diesem Tubus habe ich die Montierung am seltensten verwendet und die Erfahrunge auch nicht systematisch protokolliert. Ich erinnere jedoch schwach, dass ich auch hier einigen Frust aufgrund von Ausrichtungsproblemen erlebt habe. Als ich das Heritage P130 im Februar 2017 auf der GoTo-Montierung benutzte, funktionierte alles recht gut, obwohl das Aligment nicht perfekt war. Ich habe nur die Handbox benutzt, weil ich die Objektnamen auswendig kannte, und die Positionen im Okular leicht korrigiert, nachdem ein Objekt angefahren worden war. Dank des nur kleinen Ausrichtungsfehlers stellte mir das kein Problem für mich dar.

Übrigens, weil der Heritage P130-Tubus recht kopflastig ist, habe ich die lange Schiene genutzt und den Tubus relativ tief aufgehängt. Dann ist eine "Über-Kopf-Bewegung" natürlich nicht möglich. Ich weiß leider nicht, ob die Steuerung eine solche versuchen würde, um möglichst schnell zum Ziel zu kommen...

Insgesamt wären auch hier weitere Versuche nötig gewesen, um ein fundiertes Urteil über diese Kombination abgeben zu können. Aber das ist nicht mehr möglich, denn das Heritage P130 befindet sich nicht mehr in meinem Besitz.

Montierung mit Explorer 150P-Newton-Tubus

Kommentar

Der Explorer 150PDS-Newton-Tubus wiegt "nackt" etwa 5,5 kg und kann deshalb nur unter Vorbehalt und mit Vorsicht an der Star Discovery-Montierung verwendet werden. Zu diesem Thema unten mehr.

Ansonsten sind meine ersten Erfahrungen mit dieser Kombination sehr gut. Sie ist außerdem gerade noch das, was ich schnell nach draußen auf die Terrasse tragen kann. Und mit dem Aufbau habe ich inzwischen ausreichend Routine, ich habe den Newton-Tubus im Jahre 2017 erworben, so dass der Sufbau recht schnell von der Hand geht.

Übrigens, wenn ich den Explorer 150PDS auf der GoTo-Montierung verwende, ist ein leistungsfähiger Sucher wie der Telrad- oder der Rigel-Sucher nicht nötig, und ich kann den einfachen und leichten LED-Lichtpunktsucher von Sky-Watcher verwenden (für die Eichsterne).

 

6"-Tubus auf der Star Discovery-Montierung, Anpassung an Höhere Lasten

Weil mir mein 8" GSO GSD 680-Dobson-Teleskop zu schwer geworden war, habe ich einen 6"-Newton-Tubus (Sky-Watcher Explorer 150PDS) erworben, der bei allen Händlern laut den technischen Daten etwa 5 kg wiegen sollte. Ich habe genau diesen Tubus gewählt, weil die Sky-Watcher Star Discovery AZ GoTo Teleskop-Montierung laut Sky-Watcher eine maximale Tragkraft von 5 kg besitzt. Alle anderen Tuben (außer Karbon-Tuben) waren als schwerer angegeben. Kurz nach dem Kauf fand ich allerdings bei Sky-Watcher eine Gewichtsangabe von 6 kg für den Tubus (BKP 150 DS), so dass ich aus allen Wolken fiel, denn dann hätte ich auch einen anderen Tubus erwerben können. Eigenes Wiegen ergab dann ein Gewicht von etwa 5,5 kg, also genau den Mittelwert beider Angaben. Nach all diesen Erfahrungen weiß ich nicht mehr so recht, was ich bei den technischen Daten glauben kann und was nicht... Mit seinen "nackten" 5,5 kg Gewicht liegt der 6" Explorer 150PDS-Tubus deutlich über den 5 kg Gewicht, welche die Montierung laut Datenblatt tragen kann, zumal ja noch Okular und Sucher hinzukommen. Die Frage war nun, ob ich meiner Montierung eine Mehrbelastung von 1-2 kg zumuten kann oder nicht und wie sie die Überlast verträgt...

Inzwischen gibt es übrigens eine Variante dieser Montierung von Orion (Orion Montierung StarSeeker IV SynScan GoTo), die 100 EUR mehr kostet und angeblich 6 kg tragen. Auf Nachfrage bei meinem Astro-Händler erhielt ich die Antwort, dass beide Montierungen identisch seien. Die Angabe der Tragkraft scheint also, wie ich auch schon an anderer Stelle finden konnte, etwas beliebig zu sein... Natürlich wäre ein Tragevermögen der Montierung von 6 kg in meinem Fall geradezu ideal gewesen, aber anscheinend beruht der Preisunterschied zwischen dem Sky-Watcher- und dem Orion-Gerät auf Dingen, die sich meiner Kenntnis entziehen...

Also habe ich einfach versucht, den Explorer 150PDS-Tubus auf der Star Discovery-Montierung zu benutzen. Anfänglich ist es beim Durchrutschen beim allerersten Versuch, die Montierung mit dem 6"-Tubus zu verwenden, und einem leichten, wiederkehrenden Knacken in der vertikalen Achse geblieben. Später habe ich auch einmal erlebt, dass der Motor bei zenit-nahen Objekten Probleme hatte, den Tubus in der Horizontalen zu bewegen. Leichtes Nachhelfen und Schieben des Tubus mit der Hand war nützlich, aber es ist vermutlich besser, in solchen Situationen den Tubus zunächst mit der Hand ungefähr in the richtige Position zu bringen und den Feinabgleich mit der GoTo-Steuerung vorzunehmen.

Insgesamt war ich aber doch unsicher, ob das auf die Dauer funktionieren würde und habe meinen Astro-Händler (Karl Kloß, Teleskop-Spezialisten) gefragt, ob die Montierung höhere Lasten verträgt. Seine Antwort war ein ziemlich eindeutiges "ja" ("ziemlich eindeutig" gibt es nicht, ich weiß...) - jedenfalls wenn man die Montierung ein wenig anpasst. Dazu muss man die Reibung (Friktion, Anpressdruck) in der Montierung etwas erhöhen, so dass der Motor nicht mehr durchdreht, aber auch nicht zu schwer geht und dann zuviel Strom frisst. Meine Bemühungen in dieser Richtung habe ich auf der folgenden Seite beschrieben:

Meine Aktion ging leider wie das "Hornberger Schießen" aus , denn ich konnte die entsprechenden Muttern nicht mehr fester anziehen. Vermutlich habe ich also nichts bewirkt. Ich werde nun weiter beobachten, ob mein 6"-Tubus auf der GoTo-Montierung zufriedenstellend funktioniert oder ob es nicht doch irgendwann Durchrutsch-Probleme gibt. Insgesamt sind die bisher beobachteten Probleme aber noch so geartet, dass ich damit ich leben könnte, und ich habe deshalb beschlossen, erst einmal so weiter zu machen*. Sollte es jedoch irgendwann größere Probleme geben, werde ich die Steuerung wohl nicht noch einmal anfassen, sondern zum Händler zur Anpassung senden, denn der hat damit viel mehr Erfahrung als ich...

Ende August 2017 erhielt ich eine Anfrage von einem tschechischen Sternfreund aus Prag dahingehend, welche Erfahrungen ich mit dieser Kombination inzwischen gesammelt hätte. Wegen meiner "Beobachtungspause"* waren diese aber leider nicht weiter gediehen, so dass ich ihm keine Neuigkeiten gegenüber dem, was auf der Website stand, mitteilen konnte. Aber ich habe daraufhin noch einmal alle meine drei Teleskop-Tuben an der GoTo-Montierung ausprobiert, und zwar am Tage. Alle drei Tuben liefen ohne Probleme auf der Montierung. Beim Explorer 150PDS-Tubus konnte ich jedoch folgendes beobachten: Es ist möglich, dass der Tubus unten gegen die Stativbeine stoßen kann, wenn er sehr steil steht (im Detail hängt dies auch davon ab, wie die Vixen-Schiene montiert ist). In solch einem Fall sitzt der Tubus fest und kann sich nicht weiter bewegen. Ich kann nicht ausschließen, dass mir dies passiert ist, ich im Dunklen aber nicht die Ursache für den Stillstand bemerkt habe. Ich weiß auch nicht, ob die Steuerung den Tubus steil stellt, wenn sie größere Wege überbrücken muss. Sicherer und stromsparender ist es bestimmt, den Tubus mit der Hand in die Nähe der Zielposition zu bewegen, wenn größere Entfernungen zu überbrücken sind.

Stand Anfang September 2017: Ich werde zunächst so weitermachen!

*) Übrigens: Von Juni 2017 bis Ende September 2017 gab/gibt es eine größere Pause bei meinen Astronomieaktivitäten (bedingt durch Reisen usw.), so dass ich noch nicht wirklich genügend Erfahrungen mit dieser Kombination sammeln konnte.

 

Zubehör

Als "größeres" Zubehör habe ich eine externe Stromversorgung (Sky-Watcher 12V / 7Ah Power Tank) erworben, um nicht ständig Batterien nachkaufen zu müssen, und ein SkyWire-Gerät von SouthernStars (Version mit Kabel mit Lightning-Anschluß für neuere iPads und iPhones). Letzteres erlaubt es, die GoTo-Steuerung statt per Handbox mit der iPad Astronomie-App SkySafari Pro zu steuern. Dazu wird es an die RS232-Schnittstelle der Handbox angeschlossen. Außerdem erwarb ich dazu ein Fadenkreuz-Okular (1,25" 12,5 mm, beleuchtet), um die Montierung exakter ausrichten zu können und eine Dual-LED-Rotlicht-Weißlicht-Taschenlampe um Sternatlanten und Bücher besser lesen zu können usw. Alles in allem stellte sich schnell heraus, dass die Montierung allein nicht ausreichte, um in die GoTo-Welt einzusteigen...

Das 12 V-Kabel zum Aufladen per Auto-Akku und zum Versorgen der GoTo-Montierung ist in einem Fach (mit Beschriftung) verpackt, und ich dachte zunächst, es würde fehlen (in der Anleitung ist es aufgeführt, aber nicht, wo es sich befindet...)

Southern Stars SkyWire Serial Accessory

Dito, mit to iPad und Handbox verbunden

Dito, Detail

Verpackungsinhalt, Batterien schon entnommen und in der Beleuchtungseinrichtung installiert

Beleuchtungseinrichtung mit Batterien und Helligkeitsregler/Einschalter angeschraubt

Doppeltes Fadenkreuz beleuchtet

Taschenlampe mit Box von der Seite

Auf der Oberseite befinden sich der rot/weiß-Umschalter (links) und der Helligkeitsregler mit kombiniertem Ein-/Ausschalter (Mitte)

Rotes Licht

Kommentare

Power Tank

Nach zwei (oder so...) Beobachtungstagen war der erste Satz an Batterien (8 Stück) erschöpft. Somit wurde mir schnell klar, dass ich eine andere Stromquelle als Batterien für die GoTo-Montierung brauchte. Wenn ich die Montierung nur zu Hause verwenden würde, wäre eine 15 V-Stromversorgung eine mögliche Lösung, aber weil ich die Montierung auch draußen in der freien Natur nutzen möchte, war eine tragbare Lösung angesagt. Die Batterie unseres Autos kann zu diesem Zweck verwendet werden, aber ich möchte nicht immer mit dem Auto zu den Beobachtungsplätzen fahren. Deshalb entschied ich mich dafür, einen tragbaren Sky-Watcher Power Tank zu erwerben. Insgesamt scheint mir das Gerät ganz OK zu sein, aber weil es eine Bleibatterie besitzt, ist die lädt es recht lange. Das Gerät ist auch ziemlich schwer, so dass es wohl keine eine gute Idee ist, die gesamte Ausrüstung auf dem Rücken zu einer Beobachtungsstelle zu tragen...

SkyWire Serial Accessory

Ich habe dieses Gerät bis jetzt nur wenige Male eingesetzt. Es ermöglicht mir, die Montierung mit einem iPad und der SkySafari App zu steuern. Dies ist viel intuitiver als die Verwendung der Handbox und es reduziert auch Bedienungsfehler, wie ich herausgefunden habe (ich habe einige Schwierigkeiten mit der Handbox...). Ein weiterer guter Punkt ist, dass man die Positionierung der Montierung bis zu einem gewissen Grade korrigieren kann, solange das Ziel im Okular und auf der Himmelskarte in SkySafari nicht zu weit von tatsächlichen Zielpunkt entfernt ist. Ich war dann in der Lage, die Position des Ziels der Montierung iterativ an die wahre Zielposition anzupassen, so dass ich kein neues Zwei-Sterne-Alignment durchzuführen brauchte.

Es ist schon etwas lästig, dass das SkyWire eine Kabelverbindung zum iPad benötigt, zumal man im Dunkeln leicht über Kabel stolpern kann... Kabellos ist natürlich bequemer, aber die WLAN-Lösung war mir zu teuer.

Beleuchtetes Fadenkreuz-Okular

Für das Zwei-Sterne-Alignment muss man zwei Sterne nacheinander im Okular zentrieren. Aber es ist etwas schwierig für mich, zu erkennen, wann ein Stern sich genau in der Mitte eines Okularbildes befindet. Ich habe deshalb ein beleuchtetes Fadenkreuz-Okular erworben - beleuchtet, weil man das Fadenkreuz im Dunkeln nicht sehen kann. Mein Okular hat allerdings eine Brennweite von nur 12,5 mm, was ziemlich kurz ist, und bei den zwei größeren Teleskop-Tuben bereits zu recht hohen Vergrößerungen führt. Dies macht die Ausrichtung der Montierung beim P130 und 150PDS recht schwierig - und noch mehr beim Skymax-102, wo das Okular bereits zu einer Vergrößerung von ca. 100 x führt (50 x für das P130, 60 x für das 150PDS). Nach einigen frustrierenden Abenden griff ich wieder auf mein 32-mm-Okular zurück, damit sich die Sterne im Okular langsamer bewegen. Aber ich muss dem Fadenkreuz-Okular weitere Chancen geben!

Dual-LED-Rotlicht-Weißlicht-Taschenlampe

Bei der Suche nach Deep-Sky-Objekten, muss man mehr Ausrüstung als gewohnt zur Verfügung haben und man muss auch Himmelslarten und Bücher bereit liegen haben, um herauszufinden, wohin man schauen muss (wohl etwas weniger mit einer GoTo-Montierung...). Dennoch ist eine rote Taschenlampe eine sinnvolle Ergänzung, besonders wenn man bei Bedarf auch auf weißes Licht umschalten kann. Das einzige Problem, das ich mit dieser Taschenlampe habe besteht darin, dass ich das rote Licht manchmal zu schwach finde. Aber ich habe gelesen, dass man seine Dunkeladaptation auch mit zu hellem rotem Licht verderben kann...

 

Erste Anmerkungen

Keine eingebaute Dosenlibelle, keine Ausrichtungsmöglichkeit

Während ähnliche Steuerungen von Skywatcher mit einer eingebauten Dosenlibelle geliefert werden, hat weder das Stativ noch die Steurung ine derartige Ausrichtehilfe, obwohl das sehr hilfreich wäre. Nun kann man über den Nutzen einer solchen Dosenlibelle sicherlich streiten, aber es müsste doch zumindest möglich sein, eine externe Dosenlibelle oder Wasserwaage auf das Gerät aufzusetzen, um es waagerecht ausrichten zu können. Im Design der Steuerung sind aber keine ebenen Flächen vorgesehen, auf die man die Libelle aufsetzen könnte. Beim Stativ wäre es noch möglich, aber weil danach die Steuerung aufgeschraubt werden muss, wäre ich mir nie sicher, dass eine Ausrichtung nach der Montage der Steuerung erhalten bleibt. Außerdem lasse ich die Steuerung zumeist aus Bequemlichkeit auf dem Stativ. Vielleicht ließe sich der Okularteller benutzen, aber ganz sicher wäre ich mir nicht, dass er die korrekte Ausrichtung widerspiegelt...

Die Steuerung hat überall geneigte Flächen und damit...

... keine Aufsetzmöglichkeit für Wasserwaagen, Dosen- oder Kreuzlibellen

Das Basis ist völlig uneben...

Man könnte eine Dosen- oder Kreuzlibelle auf den Stativkopf legen - aber nur bevor man die Steuereinheit aufgeschraubt hat...

 

...oder vielleicht auf die Zubehörablage?

Die sieht allerdings auch nicht völlig eben aus...

Hier sieht es laut Kreuzlibelle etwas schief aus...

...aber hier gerade. Was stimmt denn nun?

 

Nützliche Hinweise aus der Anleitung

Was ist bei der Ausrichtung der Montierung zu beachten?

Okular für die Ausrichtung

Sky-Watcher merkt an, dass es wichtig ist, die Ausrichtungssterne zentral (oder an der gleichen Stelle) im Sichtfeld des Teleskops-Okulars zu platzieren und empfiehlt daher, entweder

zu verwenden. Eigentlich hat mein Fadenkreuz-Okular (siehe unten) auch eine kürzere Brennweite (12,5 mm). Doch das macht es mir schwer, Teleskope mit längeren Brennweiten auszurichten, weil sich die Ausrichtungssterne so schnell bewegen. Ich ziehe es deshalb vor, für die Ausrichtung Okulare mit längeren Brennweiten zu verwenden.

Sky-Watcher schlägt auch vor, das Teleskop zu defokussieren, denn die größere, defokussierte Sternform (eine Scheibe...) ist einfacher zu zentrieren als ein scharfer Stern.

Mechanisches Spiel vermeiden

Weil alle Montierungen in gewissem Maße auf beiden Achsen Spiel zwischen den mechanischen Teilen besitzen, empfiehlt Sky-Watcher das Folgende:

Auswählen von Ausrichtungssternen

Sky-Watcher empfielt, dass...

Nur automatisch Nachführen (also kein GoTo), geht das?

Die Star Discovery-Montierung besitzt einen "Modus für einfache Nachführung" ("easy tracking mode") für diesen Zweck. So wird er gestartet:

  1. Bringen Sie die Montierung zunächst in die richtige Ausgangsposition ("Home"):
    1. Bringen Sie die Basis der Montierung in die Waagerechte (z.B. mit einer Kreuzlibelle).
    2. Bringen Sie den Tubus in die Waagerechte (parallel zum Boden) und richten Sie ihn auf den geographischen Nordpol (nicht den magnetischen Nordpol) aus.
  2. Verbinden Sie die Handsteuerung mit der Montierung (falls noch nicht geschehen).
  3. Schalten Sie die Montierung ein und starten Sie den Initialisierungsvorgang über die SynScan-Handsteuerung.
  4. Drücken Sie im letzten Schritt der Initialisieung ("Begin Alignment?") die Taste "2", um den Ausrichtungsvorgang abzubrechen.

Jetzt können Sie das gewünschte Ziel direkt mit der Handsteuerung anfahren, und die Montierung wird es automatisch verfolgen. Wenn Sie den Mond oder die Sonne verfolgen wollen, müssen Sie die jeweilige Tracking-Geschwindigkeit im "Tracking" -Menü einstellen (sonst wird die siderische Geschwindigkeit verwendet). Für die Beobachtung terrestrischer Ziele können Sie im "Tracking" -Menü die Verfolgung auch abschalten.

 

Vorläufiges Fazit

Erste Versuche, die GoTo-Montierung mit meinen verschiedenen Teleskop-Tuben zu verwenden, verliefen einerseits ermutigend, andererseits aber auch nicht völlig frustfrei. So gelang es mir manchmal schnell, manchmal aber auch gar nicht recht, die Montierung gut auszurichten (mittels zweier Sterne). Teilweise mögen diese Unterschiede auf die unterschiedlich hohen Vergrößerungen, die mit den Tuben erzielt werden können, zurückzuführen zu sein - das Heritage 100P ist hier wegen seiner geringen Brennweite (und damit Vergrößerung) am gutmütigsten. Teilweise mag es auch daran gelegen haben, wie weit die beobachteten Objekte am Himmel voneinander entfernt waren. Mal sehen, ob ich da noch besser werden kann. Erste Erfahrungen zu Beginn des Jahres 2017 waren jedenfalls recht vielversprechend...

Immerhin habe ich bereits einige Deep-Sky-Objekte mit der Montierung anfahren und sehen können, wobei es sich natürlich vornehmlich um gut beobachtbare "Klassiker" handelte (M 13, M 92, M 31, ...). Ich beabsichtige, meine "Deep-Sky-Erfahrungen eines Anfängers" auf gesonderten Seiten zu schildern, vielleicht helfen sie anderen Anfängern. Hier sind schon mal erste Beobachtungen aus den Jahren 2016 und 2017:

Alles in allem hat mir die GoTo-Montierung den Weg in die Welt der Deep-Sky-Objekte eröffnet, auch weil ich mir nun endlich die entsprechende Literatur dazu beschafft habe. Ohne diese und eine gewisse Vorbereitung auf die Beobachtungsobjekte scheint es einfach nicht zu gehen, so meine Erfahrung. So konnte ich 2016 mehr solche Objekte sehen als in meinem ganzen Leben zuvor. Außerdem haben mir diese Erfahrungen geholfen, im Urlaub mit dem kompakten und deshalb gut zu transportierenden Heritage 100P größere Deep-Sky-Objekte ganz ohne Technik, aber mit Literatur zu finden!

Ich würde die GoTo-Steuerung nicht mehr hergeben wollen. Trotzdem kommt der "Handbetrieb", besonders mit dem 100P, aber auch den beiden anderen Teleskopen, bei mir öfter vor, vor allem, wenn ich schnell mal und ohne viel Vorbereitung etwas beobachten möchte. Ob eine Point-to-Lösung ebenso gut für mich wäre, weiß ich nicht. Mir würde vermutlich die automatische Nachführung fehlen. Diese hier ist zwar nicht übergenau, aber sie reicht aus, um anderen bei höheren Vergrößerungen schnell mal etwas zu zeigen. Ohne automatische Nachführung sind die Objekte bei höheren Vergrößerungen sehr schnell aus dem Blickfeld gewandert.

 

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02.09.2017