Unistellar eVscope-Informationen (4,5"-Newton)

Aussehen | Basisdaten | Fotoversuche | Besuchte Himmelsobjekte | Erstes Fazit | Links | Anhang: Ausgewählte Fragen von der Unistellar FAQ

In Arbeit

Auf dieser Seite stelle ich einige Informationen zu meinem (hoffentlich) zukünftigen 4,5"-Newton-Teleskop Unistellar eVscope 114 mm/450 mm (f/4) zusammen (Mitte November 2017 bei Kickstarter beteiligt). Als Auslieferungstermin wird der November 2018 versprochen, aber es kann, wie bei vielen Kickstarter-Projekten, auch erheblich dauern, bis die Auslieferung beginnt. Und so lange muss ich warten, bis ich auf dieser Seite auch persönliche Erfahrungen berichten kann. Doch vorher kann ich hier schon einmal über das Teleskop und seinen Hintergrund berichten.

 

Einführung

Im November 2017 habe ich über den "Abenteuer Astronomie"-Newsletter vom Unistellar eVscope zum ersten Male erfahren. Seit einigen Wochen lief bereits eine Kickstarter-Kampagne zu diesem neuartigen Teleskop (sie lief bis zum 24.11.2017 mit am Ende über 2100 Unterstützern und über 2 Millionen Dollar Unterstützungskapital), und ich habe mich auch beteiligt. Leider war es jedoch schon viel zu spät, um noch eines der beiden günstigen Angebote zu ergattern... Die Auslieferung des Teleskops, das man der "elektronisch unterstützten Astronomie" (electronically augmented astronomy, EAA) zurechnen kann, soll im November 2018 beginnen.

Erfahrene Kickstarter-Unterstützer rechnen allerdings eher mit einem oder mehreren Jahren mehr bis zur Auslieferung... Deshalb habe ich mich zusätzlich entschieden, eine ähnliche Lösung, die zwar flexibler sein mag, aber viel umständlicher aufzubauen und zu bedienen ist, zu kaufen, um schon einmal einen Eindruck von den Möglichkeiten des eVscopes zu erhalten. Trotzdem ist auch diese Lösung immer noch viel einfacher als "echte" Astro-Fotografie. Es ist eine Atik Infinity Color-Kamera (sie besitzt einen ähnlichen CCD-Chip von Sony wie das eVscope, aber die Chipfläche ist fast doppelt so groß), die ich auf meiner Sky-Watcher Star Discovery-Montierung mit meinem 4"-Heritage 100P- und meinem 6"-Explorer 150PDS-Newton-Tubus betreiben will (außer der Kamera also eine "reine" Sky-Watcher-Lösung...).

Was ist das eVscope?

Zunächst ist das eVscope ein 4,5"-Newton-Teleskop (Spiegeldurchmesser 114 mm, Brennweite 450 mm, Öffnungsverhältnis f/4) auf einer Alt-AZ-GoTo-Montierung. Das Besondere daran ist jedoch, dass es seinen Besitzern Bilder von Himmelsobjekten zeigen können soll, die an die Fotos erinnern, die mit großen oder mit Weltraum-Teleskopen aufgenommen wurden (natürlich in einer geringeren Auflösung, aber immerhin) und sogar auch farbig sind. Dazu soll das Teleskop ganz einfach und mehr oder weniger vollautomatisch funktionieren. Die folgende Grafik (ähnlich der Grafik von der Kickstarter-Kampagne) bei veranschaulicht die wichtigsten Eigenschaften des eVscope (vom mir frei übersetzt):

    
  • Enhanced Vision Technology
    for incredible views of the night
  • Autonomous Field Detection
    easy pinpointing and learning
  • Campaign Mode
    feel the thrills of scientific discovery
  • Connected
    smartphone controllable and social media sharing
  • Portable and Autonomous
    carry it and use it anywhere
    
  • Erweiterte Bildverarbeitungstechnologie
    für unglaubliche Ausblicke auf den Nachthimmel
  • Autonome Felderkennung
    einfache Lokalisierung und lernfähig
  • Kampagnenmodus
    spüren Sie den Nervenkitzel wissenschaftlicher Entdeckungen
  • Verbunden
    Mit dem Smartphone steuerbar und die Ergebnisse teilbar in sozialen Medien
  • Tragbar und autonom
    Trage es überall hin und benutze es dort

Um solche Bilder zeigen zu können, bedient sich das Teleskop eines hochempfindlichen CCD-Sensors. Dessen Bild wird im eingebauten Computer mit aufwändigen Algorithmen verarbeitet, vor allem überlagert mit immer neuen Bildern ("Stacking" genannt), die kontinuierlich aufgenommen werden, um das Rauschen zu verringern, aber auch die Bilddrehung zu beseitigen, die bei Alt-AZ-Montierungen im Laufe der Zeit entsteht. Anschließend wird das Bild in "Echtzeit" auf einem OLED-Display wiedergegeben, das durch ein Okular betrachtet wird (also eine Art elektronischer Sucher), so daß sich ein ähnliches Beobachtungserlebnis einstellt wie bei normaler visueller Beobachtung. Wie man in der Schemazeichnung unten erkennen kann, entfällt in dieser Konstruktion der Sekundärspiegel - an seiner Position sitzt der Sensor. Diese Art von Teleskopie nennt man auch "electronically augmented astronomy (EAA)", weil ein elektronisch verstärktes und Software-bearbeitetes Bild betrachtet wird.

Abbildung: Schematische Darstellung des eVscope (Quelle: Unistellar)

Außerdem kann das Bild drahtlos auf Smartphones und Computer übertragen werden, so dass man sich das Abfotografieren des Suchereinblicks ersparen kann.

Die Ausrichtung des Teleskops erfolgt vollautomatisch, was ich sehr zu schätzen weiß, denn die 2-Sterne-Ausrichtungprozedur meiner Sky-Watcher Star Discovery AZ GoTo-Montierung ist manchmal etwas mühsam (oder man findet keine passenden Sterne...). Zuguterletzt ist das Teleskop leicht zu transportieren (7 kg mit Stativ) und liefert auch bei lichtverschutztem Himmel noch annehmbare Ergebnisse (was für die Astrofotografie allgemein gilt, wie ich bei einem Sternfreund erfahren konnte...).

Was mich persönlich weniger interessiert, ist der Kampagnen-Modus, der vor allem von einem Mitglied des Gründer-Teams vorangetrieben wird, das selbst am SETI-Institut arbeitet. Aber andere Unterstützer scheint dies sehr zu interessieren.

Weitere Details und technische Daten finden sich unter Basisdaten des Unistellar eVscope.

Kurze Geschichte des eVscope

Die Grundidee des eVscope wurde von Arnaud Malvache entwickelt, im Austausch mit Laurent Marfisi???, denn beide waren von den Möglichkeiten traditioneller Teleskope enttäuscht. Malvaches Idee war es, einen lichtempfindlichen Sensor einzusetzen, um Schritt für Schritt das Licht zu verstärken, das wir im Okular des Teleskops sehen. Das war wohl im Jahr 2014...

Zwischen Januar 2015 und November 2016 wurden die Bildverarbeitungsalgorithmen entwickelt und ein erster Prototyp im Labor gebaut. In dieser Zeit entstanden auch Geschäftsplan und Designkonzept. Nach drei Jahren Entwicklungsarbeit hatte Unistellar jedenfalls einen funktionsfähigen Prototypen gebaut und zeigt ihn seit Frühsommer 2017 auf Astronomie-Veranstaltungen und Computermessen in Europa und den USA. Inzwischen gibt es auch Bilder davon, wie das endgültige Produkt aussehen wird. Ob die Designstudie allerdings auch funktionsfähig ist, weiß ich nicht. Das Produkt soll in Asien gefertigt werden - aus Teilen, die aus Europa und Asien stammen.

Im Oktober 2017 startete Unistellar eine Kickstarter-Kampagne, die am 24. November endete - mit 2144 Unterstützers und über 2,2 Millionen Dollar Kapital. Ich habe mich am 11.11.2017 als Unterstützer Nr. 1834 an diesem Projekt beteiligt (1499 $).

Die Auslieferung des fertigen Teleskops ist für November 2018 vorgesehen, aber kaum jemand wagt, dies zu glauben. Deshalb habe ich mir auch erst einmal eine Atik Infinity Colour-Kamera zugelegt, um das Grundprinzip schon einmal zu verstehen und damit etwas üben zu können...

Wer steht hinter dem eVscope?

Das eVscope wird von vier französischen Wissenschaftlern entwickelt, die jeweils ihre spezifischen Kenntnisse in das Projekt einbringen. "Erdacht" wurde das eVscope von Arnaud Malvache, der auf Bildverarbeitung spezialisiert ist. Laurent Marfisi scheint das eVscope zu einem "Produkt" gemacht zu haben, Antonin Borot entwickelte die optische Architektur des eVscope und Franck Marchis, der am SETI institut arbeitet, erweitert das eVscope in Richtung auf wissenschaftliche Anwendungen (z.B. SETI-Kampagnen).

Fotos: Arnaud Malvache (CTO, links), Laurent Marfisi (CEO, Mitte links), Antonin Borot (Chief of Optical Engineering, Mitte rechts) und Franck Marchis (Chief Scientific Officer, rechts) (Quelle: Unistellar-Website)

Fragen an die Gründer (von Unistellar Website, eigene & "Google"-Übersetzung)

Was war Ihre anfängliche Motivation, Unistellar zu gründen?

Klassische Teleskope eignen sich hervorragend für die Betrachtung der vier Hauptplaneten Mars, Venus, Jupiter und Saturn. Aber selbst teure High-End-Geräte lassen uns nicht viel mehr als das sehen und lassen die wirklich beeindruckenden Farben und Details vieler Deep-Sky-Objekte völlig vermissen. Während die Astronomie als Hobby immer noch sehr beliebt ist, sind die meisten Menschen schnell enttäuscht von dem, was sie durch ihre Teleskope sehen, und bringen sie in den Keller, wo sie Staub ansetzen. Das war das Problem, das wir lösen wollten. Unser erstes Ziel war es, die visuelle Astronomie mehr Spaß, aufregender und einfacher zu machen. Als Wissenschaftler wollten wir auch ein starkes, wachsendes Interesse an astronomischer Forschung und "Citizen Science" fördern, und wir glaubten, dass der Weg dazu wäre, das Teleskop in ein weit leistungsfähigeres und benutzerfreundlicheres Gerät zu verwandeln.

Wie "verbessert" das eVscope ein Bild? Zum Beispiel haben Sie erwähnt, dass es im Laufe der Zeit Licht sammelt ... was bedeutet das?

Die meisten astronomischen Objekte sind zu schwach, um vom menschlichen Auge wahrgenommen zu werden, selbst mit einem Teleskop. Das liegt daran, dass unsere Augen einfach kein Licht sammeln können wie ein Sensor es kann. Unsere Idee war es, modernste "Niedrig-Licht"-Sensor-Technologie und proprietäre Algorithmen zu verwenden, um Licht zu sammeln und es in Echtzeit in das Okular des Teleskops zu projizieren. In Sekundenschnelle ermöglicht dies Beobachtern, Farben und Details von Nebeln, Galaxien und Kometen zu sehen, die normalerweise selbst in größeren, traditionellen Teleskopen nicht zu sehen sind.

 

Aussehen

Aussehen - Medien

Die folgenden Fotos von der "Pressematerial"-Seite der Unistellar-Website zeigen den Prototypen "im Einsatz". Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob der Prototyp überhaupt funktionsfähig ist (der funktionsfähige Prototyp sieht deutlich "ingenieurmäßiger" aus)... Die gezeigten Fotos sind Bildschirmfotos, die ich beschnitten und teilweise nachbearbeitet habe.

    
     
 

Quelle: Unistellar (Media - Press material)

Auspacken

In Vorbereitung

Aufbau und Aussehen (zu Hause)

In Vorbereitung

 

Basisdaten des Unistellar eVscope

Hardware

Elektronik

"Smarts"

 

Fotoversuche

Von Unistellar veröffentlichte Fotos

Ich beginne mit Fotos, die Unistellar auf verschiedenen Web-Präsenzen veröffentlicht hat. Sie unterliegen dem Copyright von Unistellar und werden hier nach dem "fair use"-Prinzip gezeigt, um zu demonstrieren, was mit diesem Teleskop möglich ist. Die Fotos zeigen nicht die korrekten Größenverhältnisse zwischen den Deep-Sky-Objekten.

Hinweis: Ich hoffe sehr, dass Unistellar in Zukunft eine Foto-Gallerie mit Fotos von Deep-Sky-Objekten veröffentlichen wird, und dass andere Websites diese Fotos frei verwenden können, um das Produkt und die Idee, die dahinter steht, zu verbreiten.

   
M 42/43, 15.11.2017, Pourrières bei Marseilles, Frankreich, Twitter   Dito   M 42/43, 7.1.2017, Las Vegas-Wüste, USA, Twitter
   
M 42/43, 23.9.2017, Herzberger Teleskoptreffen (HTT), Jeßnigk, Deutschland, Twitter   M 42/43, 23.9.2017?, Brandenburg?, Deutschland, Twitter   Dito wie darüber, etwas vergrößert, Twitter
   
M 17 (Omega/Schwanennebel), 14.7.2017, Baronnies Provencales, France, Twitter  

Dito, kleiner (dasselbe Bild), Twitter

 

M 16?, Datum und Ort unbekannt

   
M 27 (Hantelnebel), 29.9.2017, Sundance, UT, USA, Twitter   Dito, vergrößert, Twitter   M 27 (Hantelnebel), 23.9.2017, San Francisco, USA, Twitter
     

M 27 (Hantelnebel), Datum und Ort unbekannt

 

M 27 (Hantelnebel), Datum und Ort unbekannt

 

 

   
M 57 (Ringnebel), 10.7.2017, Marseille, Frankreich, Twitter   Dito (vergrößert), 10.7.2017, Twitter   M 57 (Ringnebel), 14.8.2017, San Francisco, USA, Twitter
   
M 57 (Ringnebel), 15.9.2017, Central Park, New York, USA, Twitter  

M 57 (Ringnebel), Datum und Ort unbekannt

 

M 57 (Ringnebel), Datum und Ort unbekannt

   
M 81 (Bode-Galaxie), 19.5.2017, Ort unbekannt , Twitter   M 82 (Zigarrengalaxie der Bode-Galaxien), Ort unbekannt , 19.5.2017, Twitter  

Dito, vergrößert, 19.5.2017, Twitter

   
M 51 (Strudelgalaxie), 10.7.2017, Plateau de Calerne, Frankreich, Twitter   M51 (Strudelgalaxie), 5.5.2017, Ort unbekannt, Twitter   M 51 (Strudelgalaxie), Datum und Ort unbekannt
   
NGC 891, 15.11.2017, Pourrières near Marseilles, France, Twitter  

NGC 891, Datum und Ort unbekannt

  NGC 6946 (Feuerrad-Galaxie) mit neu entdeckter Supernova, 15.5.2017, Ort unbekannt, Twitter
     
M 11 (Wildentenhaufen), 9.9.2017, SETI Institute Parkplatz, Twitter   M 11, 15.9.2017, Central Park, New York, USA, Twitter    
   
M 13 (Herkuleshaufen), 15.9.2017, Central Park, New York, USA, Twitter   M 13 (Herkuleshaufen), probably the same photo, date and location unknown  

M 13 (Herkuleshaufen), 14.8.2017, San Francisco, USA, Twitter

         
         
           

Mond

 

Saturn

   

Die Fotos stammen von verschiedenen Unistellar Web-Präsenzen (z.B.: Unistellar Website, eVscope Kickstarter-Kampagne und anderen)

Eigene Fotos

Mit Atik Infinity

Oben schreibe ich, dass ich mir in "Vorbereitung" auf das eVscope eine Atik Infinity-Kamera in der Farbversion gekauft habe, um damit und mit meiner bestehenden Ausrüstung, bereits in die Möglichkeiten des eVscope "hineinzuschnuppern". Bisher hatte ich "dank" des Wetter jedoch wenig Gelehenheit, dies zu tun. Immerhin habe ich schon gelernt, dass die Kamera nur mit einer Barlow-Linse oder einem Fokal Extender am Heritage 100P-Teleskop in den Fokus gelangt.

Meine allerersten Fotos sind zwar noch weit davon entfernt, dass man sie präsentieren sollte, aber ich mache es trotzdem, und man kann erkennen, dass ähnliche Bildeindrücke wie mit dem eVscope entstehen könnten, wenn auch nicht auf so einfache Weise...

           

M 15 - Atik Infinity

 

M 13 (Herkuleshaufen) - eVscope

 

 

   

M 27 (Hantelnebel) (Atik Infinity)

 

M 27 (Hantelnebel) - eVscope

 

M 27 (Hantelnebel) - eVscope

   

M 57 (Ringnebel) - Atik Infinity

 

M 57 (Ringnebel) - eVscope

 

M 57 (Ringnebel) - eVscope

Die eVscope-Fotos stammen von verschiedenen Unistellar Web-Präsenzen (z.B.: Unistellar Website, eVscope Kickstarter-Kampagne und anderen)

Mit eVscope

In Vorbereitung

 

Besuchte Himmelsobjekte

Bisher habe ich die folgenden Himmelsobjekte mit dem Unistellar eVscope besucht (und dokumentiert...):

 

Erstes Fazit

In Vorbereitung

 

Links

 

Anhang: Ausgewählte/Angepasste Fragen von der Unistellar FAQ

Die folgenden Fragen habe ich von der FAQ der eVscope-Kickstarte-Kampagne ausgewählt (nur die, die mich am meisten interessieren...) und anhand der Antworten dort und meinen Vorstellungen dazu beantwortet.Auf jeden Fall empfehle ich, die originale FAQ nachzulesen (auf Englisch).

Hinweis: Ich werde im Laufe der nächsten Zeit vielleicht noch die eine oder andere Frage ergänzen...

Frage: Kann ich eine DSLR (oder Systemkamera) an das eVscope anschließen?

Der CCD-Sensor ist ein zentraler Bestandteil des eVscopes, und das Teleskop ist optimal auf seine Größe abgestimmt (deshalb ein 4,5"-Spiegelteleskop); daraus ergibt sich Unistellar zufolge die beste Kombination aus Auflösung und Empfindlichkeit. Deshalb macht es keinen Sinn, den Sensor durch einen anderen zu ersetzen (d.h. durch den in der DSLR). Bei einer DSLR mit ihrem größeren Sensor würde man auch eher ein größeres Teleskop wählen als für das eVscope. Hier wurde ein aus den genannten Gründen ein kleines Teleskop gewählt, aber auch um Abmessungen und Gewicht klein zu halten und so das Teleskop transportabel zu halten.

Man könnte eine Kamera an das Okular halten (das machen die Autoren teilweise auf ihren Demos), aber es ist einfacher und qualitativ besser, die Fotos mit dem Smartphone oder Computer (Rohdaten) zu empfangen.

Frage: Kann man das Okular wechseln, also gegen ein anderes austauschen?

Das Okular des eVscope ist kein normales Okular, das das Bild empfängt, welches das Teleskop rein optisch erzeugt. Das optische Bild wird im CCD-Sensor empfangen und mit Hilfe von Software aufbereitet. Das Ergebnis wird an einen kleinen OLED-"Bildschirm" gesendet, der mit dem Okular des eVscope betrachtet wird (es handelt sich also in Wirklichkeit um eine Art elektronischen Sucher wie in einer Digitalkamera). Insofern macht es keinen Sinn, das Okular, das optimal auf seine Aufgabe ausgelegt ist, durch andere zu ersetzen. Die unterschiedlichen Vergrößerungen des Teleskops (50 x, 100 x, 150 x) werden rein digital erzeugt.

Frage: Warum bieten Sie kein größes Teleskop mit einem größeren Spiegel an?

Zum einen wegen der Abstimmung des Teleskops auf den Sensor (siehe Frage oben), zum anderen weil die Luftunruhe an den meisten Beobachtungsorten die Auflösung begrenzt, so dass ein Spiegel unter 200 mm Durchmesser für diese Orte optimal ist. Darüberhinaus kann ein 4.5"-Teleskop noch gut transportiert werden.

Frage: Warum bieten Sie keine Vergrößerung von 225 an (Faktor 2 x Hauptspiegeldiagonale)?

Für Newton-Teleskope wird nicht empfohlen, über das 1,5-fache des Hauptspiegeldurchmessers in mm zu gehen (114,3 x 1,5 = ca. 170 x). Eine Vergrößerung von 225 x entspräche einem Faktor von 2 x, wie er manchmal in der Werbung angegeben wird, aber eigentlich nur auf Refraktoren oder z.B. Maksutov-Cassegrain-Teleskope anwendbar ist.

Frage: Wie groß sind das Gesichtsfeld und das Feld eines Pixels beim eVscope?

Das Gesichtsfeld beträgt ~30' (etwa Mond- oder Sonnendurchmesser), ein Pixel entspricht etwa 1,7".

Frage: Welche Auflösung hat das Bild, das das eVscope empfängt (bzw. der Sensor)?

Der Sony IMX224LQR-Sensor hat eine Größe von 1305 x 977 Pixeln für das Rohbild und eine typische Bildrate von 60 B/s. Ich habe außerdem gefunden, dass der Sensor quadratische Pixel der Größe 3,75 µm x 3,75 µm besitzt.

Hinweis: Wenn ich 1,7" mit 1305 Pixeln multipliziere und das Ergebnis durch 60 teile (von Sekunden auf Minuten), komme ich auf etwa 39' (oder 0,62°), also etwas mehr als die 30' aus der vorigen Antwort...

Frage: Kann ich das Teleskop in Städten einsetzen, wie empfindlich reagiert das eVscope auf Lichtverschmutzung?

Die meisten der Unistellar-Demos wurden in stark lichtverschmutzten Gebieten durchgeführt. Die Bildqualität ist nicht so gut, wenn die Lichtverschmutzung hoch ist, weil die schwächeren Objekte dazu neigen, unter der Lichtverschmutzungsschwelle zu verschwinden, aber man wird immer noch Farben und Details bei vielen der helleren Nebel, Galaxien, Asteroiden usw. sehen. Unistellar zufolge reicht es aus, sich von Straßenlaternen fernzuhalten (also hinter ein Gebäude oder Bäume zu gehen), um Objekte wie zum Beispiel M 27 (Hantelnebel), M 57 (Ringnebel) oder M 51 (Whirlpool-Galaxie) genießen zu können!

Frage: Ist das eVscope gut für die Beobachtung von Planeten geeignet?

Das eVscope wurde nicht für den Zweck entwickelt, atemberaubende Bilder von Venus, Mars, Jupiter und Saturn zu liefern; insbesondere seine relativ geringe Vergrößerung (bzw. kurze Brennweite) spricht dagegen. Ein Maksutov-Cassegrain-Teleskop wie mein Skymax-102 oder Skymax-127 ist für diese Aufgabe viel besser geeignet. Man kann mit dem eVscope jedoch die Planeten sehen und einige ihrer Strukturen (Saturnring, Satelliten, Venusphase) erkennen. Mit dem eVscope kann man auch die schwächeren Planeten wie Pluto, Uranus und Neptun sehen, die mit einem klassischen Teleskop schwer zu orten und zu sehen sind.

Frage: Die Beobachtungen sind in Echtzeit, nicht wahr? Aber Sie scheinen mehrere Frames zu kombinieren, um eine bessere Bildqualität zu erzielen - wie funktioniert das?

Ja, man sieht ein Bild im Okular, das durch das Sammeln von Photonen in Echtzeit entsteht. Man sieht, was gerade am dunklen Himmel passiert. Wenn ein Flugzeug, eine Sternschnuppe oder etwas anderes durch den Himmelsausschnitt fliegt, den man gerade beobacht, wird man seine Spur im Okular sehen.

Das eVscope kombiniert zudem Bilder (Frames), die fortlaufend aufgenommen werden, um die Bildqualität zu verbessern (also um z.B. das Rauschen zu entfernen). Es verwendet einen schnellen "Bildstapel-" oder "Stacking"-Algorithmus und eine variable Belichtungszeit, um eine Live-Benutzererfahrung ("on-the-go while-it-stacks") zu ermöglichen. Die Algorithmen sind in der Lage, kleine Bewegungen des Bildfeldes und dessen Drehung (was ein Merkmal von Alt-AZ GoTo-Montierungen ist) auszugleichen sowie Einflüsse der Lichtverschmutzung zu korrigieren. Damit erzeugt das "Stacking" (Stapeln, Überlagern) ein sauberes Bild im Okular.

Frage: Wie wird das Ausrichtungsverfahren aussehen?

Das eVscope wird ein automatisiertes Ausrichtungsverfahren anbieten. Dazu verbindet man sich einfach mit der eVscope-App und klickt auf "Autoalign". Das Teleskop lernt seine geografische Position und Ausrichtung am Himmel durch die Erfassung entsprechender Daten (GPS-Positionierung, Sterne im Sichtfeld). Bei guten Himmelsbedingungen (keine oder wenige Wolken) dauert die automatische Ausrichtung nur einige Minuten.

Ein weiterer Modus wird es Benutzern ermöglichen, dem Teleskop zu helfen, gezielt auf die Bereiche zu zeigen, in denen der Himmel frei ist, so dass sie es ausrichten können, obwohl der Himmel teilweise bewölkt ist.

Frage: Kann man den Akku ersetzen?

Das Teleskop, seine Elektronik und Sensoren werden mit einem wiederaufladbaren internen Akku betrieben, der im Falle einer Fehlfunktion oder einer dauerhaften Beschädigung ersetzt werden kann.

Frage: Kollimation

Beim Prototypen erwies sich die Kollimation Unistellar zufolge als äußerst robust. Unistellar erwartet deshalb auch, dass die Kollimation einmal beim Hersteller erfolgt und dann viele Jahre Bestand hat. Es wird jedoch ein kleiner Schlüssel zur Verfügung gestellt, um die Kollimation einzustellen, indem auf kleine kopflose Schrauben (verdeckt durch Kappen) eingewirkt wird, falls dies notwendig sein sollte.

 

An den Anfang   Homepage  

gerd (at) waloszek (dot) de

Über mich
made by walodesign on a mac!
14.12.2017