Deep-Sky-Sommer/Herbstbeobachtungen September 2017

Beobachtungsbedingungen | Übersicht der Beobachtungen | Beobachtete Objekte | Anmerkungen | Referenzen

In Arbeit

Im September 2017 habe ich einfache "Deep-Sky-Sommer/Herbstbeobachtungen" unternommen, die vielleicht für andere Anfänger auch von Interesse sein könnten und deshalb hier beschrieben werden. Sie fanden in Sumène, Haute Loire, Frankreich statt und wurden mit meinem 10 x 25-Fernglas und meinem Sky-Watcher Heritage 100P-Dobson-Teleskop, also mit einfachen Mitteln durchgeführt.

Liste der Beobachtungsobjekte:

Die Beobachtungsobjekte habe ich größtenteils anhand meiner Literatur ausgewählt (siehe Referenzen).

 

Beobachtungsbedingungen

Himmelsbereich und Objekte

Ich habe mich einerseits auf den Himmelsbereich im Süden mit Herkules, Cygnus, Lyra beschränkt, andererseits auf den Bereich zwischen Andromeda, Cassiopeia und Perseus sowie dazwischen Pegasus und im Norden Ursa Major aufgesucht.

Übersichtskarte

Die folgende Karte zeigt in etwa den Himmelsbereich, den ich bei meinen Beobachtungen primär "abgegrast" habe:

Karte für größere Version anklicken - sie erscheint in einem neuen Fenster

Und hier der Himmelsbereich im Osten mit Cassiopeia, Perseus, Andromeda, Pegasus usw.:

Karte für größere Version anklicken - sie erscheint in einem neuen Fenster

Beobachtungszeit

Die Beobachtungen fanden im September 2017 statt, meist erst nach 21 Uhr.

Beobachtungsort

Die Beobachtungen faden in Sumène (bei Saint Julien-Chapteuil), Haute Loire (Frankreich), statt:

Verwendete Geräte

Ich habe mein Leica Trinovid 10 x 25 BC Fernglas, das wahrlich kein Nachtglas ist, und mein Sky-Watcher Heritage 100P-Teleskop eingesetzt. An Okularen habe ich meine UWA-Okulare (16 mm, 7 mm, 4 mm) sowie ein 24 mm-Televue-Okular für maximalen Überblick verwendet.

Allgemeine Bedingungen

Der Himmel über Sumène, Haute Loire (Frankreich) ist recht dunkel (in der Nähe ist das Observatorium von Betz der Orion43-Gruppe). Die Beobachtungen fanden teilweise um den Neumond herum statt, später unter zunehmendem Mond (gerade aufgehend). Die Milchstraße war anfangs sehr gut zu sehen. Leider war der Himmel nur an wenigen Nächten klar und später kam der Mond zurück.

 

Übersicht der Beobachtungen

Beobachtungsdetails

Datum Beobachtete Objekte Weitere Beobachtungen und Anmerkungen Benutzte Geräte Benutzte Okulare Anmerkungen
10. oder 11.9.2017

KS: M 13 (Herkules-Haufen)

Ich konnte M 92 im Herkules nicht finden. Fernglas    
13.9.2017

G: M 31 (Andromeda-Galaxie)
KS: M 13

  Fernglas   Zugang zu M 31 über drei Sterne in Andromeda (der letzte und nächste ist ny Andromeda)
18.9.2017 G: M 31   Fernglas    
20.9.2017

G: M 31
SM: CR 399 (Kleiderbügel-Haufen)

  Sky-Watcher Heritage 100P, Fernglas UWA 4, 7, 16 mm, WA 24 mm Zugang zu CR 399 übder Cygnus und Albireo
21.9.2017

G: M 81/82 (Bode-Galaxien)
OS: NGC 457 (E.T.-, Eulen-Haufen), NGC 884/869 (Perseus Double Cluster), Mel 20 (Alpha-Persei-Haufen/Sternengruppe)
KS: M 15
DS: Mizar als Doppelstern, Double Double

NGC 663 und M 103 nicht gefunden; Double Double nur als Paar gesehen Sky-Watcher Heritage 100P, Fernglas UWA 4, 7, 16 mm, WA 24 mm  
22.9.2017

G: M 31
OS: NGC 457, NGC 884/869, Mel 20
DS: Double Double, Albireo
SM: CR399

NGC 663 und M 103 nicht gefunden; Double Double nur als Paar gesehen Sky-Watcher Heritage 100P, Fernglas UWA 4, 7, 16 mm, WA 24 mm  
29.9.2017 G: M 31
OS: NGC 884/869, Mel 20, vielleicht NGC 457
SM: CR 399
Halbmond, Milchstraße deshalb mit bloßen Augen nicht gut zu sehen; M 31 deshalb auch nicht so groß und hell wie sonst Fernglas UWA 4, 7, 16 mm, WA 24 mm  

Fett: Erster Fund während dieser Beobachtungsperiode; alle Beobachtungen in Sumène/Haute Loire; G = Galaxie, OS = offener Sternhaufen, KS = Kugelsternhaufen, SM = Sternmuster, DS = Doppelstern

Übersicht der Beobachtungsobjekte

DSO
Name Sternbild Bino* 100P Typ Bemerkungen Skizze+
Details Seite
M 13 M 13 Herkulesnebel Hercules ja ja KS Paradeobjekt ja
Double Double     Lyra   ja DS nur als Paar gesehen (kein "Doppelpaar")  
CR 399 CR 399 Kleiderbügel Vulpecula ja ja SM im Fernglas deutlicher als im Teleskop  
Albireo     Cygnus   ja DS Schöner Farbunterschied , führt zum Kleiderbügel  
M 15 M 15   Pegasus   ja KS Nicht so groß wie M 13  
M 31 M 31 Andromeda-Galaxie Andromeda ja ja G im Nordosten; so groß und hell wie noch nie gesehen, besonders im Fernglas ja
NGC 884/869 NGC 884/869 Doppelsternhaufen Perseus ja ja OS im Nordosten, bereits mit bloßem Auge gesehen ja
Mel 20 Mel 20 Alpha-Persei-Haufen/Sternengruppe Perseus ja ja OS Sehr schön, auch mit bloßem Auge  
NGC 457 NGC 457 Eulen-, E.T.-Haufen Cassiopeia   ja? OS Recht klein, die Augen am besten zu sehen Link
M 81/82 M 81/82 Bode-Galaxien Ursa Major   ja G In Suméne beide Galaxien recht gut zu sehen  
Mizar     Ursa Major   ja DS Paar gut zu sehen  

*) 10 x 25 Fernglas; +) Skizzen von Michael Vlasov, DeepSkyWatch.com; G = Galaxie, OS = offener Sternhaufen, KS = Kugelsternhaufen, SM = Sternmuster , DS = Doppelstern

Searched for, but not found: M 57, M 56, M 92, M 103, NGC 663

 

Beobachtete Objekte

Hercules: M 13

Der Kugelsternhaufen M 13 im Sternbild Hercules/Herkules ist wohl der größte Kugelhaufen am Nordhimmel. Er befindet sich am rechten Rand derKeystone-Sterngruppe, des prominentesten Teiles des Sternbildes, ist etwas unrund und je nach Autor 8' oder 15' groß. Ich konnte den hellen Kern gut erkennen, aber keine Einzelsterne auflösen. Insgesamt ist dieser Sternhaufen jedoch ein leicht zu findendes Objekt, sogar im Feldstecher - jedenfalls, wenn man die Keystone-Sterngruppe gefunden hat.

M 13 liegt am rechten Rand der Keystone-Sterngruppe (1/3 von oben) und ist relativ leicht zu finden, wenn man erst ein mal das Keystone-Trapez gefunden hat.

Die Skizze von Michael Vlasov (DeepSkyWatch.com) zeigt einen ungefähren Eindruck von dem, was ich im Sommer/Herbst 2016 sah (aber viel schwächer und kleiner als die Skizze):

Skizze des M 13-Nebels von Michael Vlasov (Copyright © Michael Vlasov 2016) - gezeigt mit Erlaubnis des Autors

Beobachtungen

Im September 2017 habe ich M 13 mit dem Heritage 100P in verschiedenen Vergrößerungen und im Fernglas beobachtet (Sumène, Haute Loire):


Lyra: Double Double

In Vorbereitung

Beobachtungen


Vulpecula: CR 399

Das Sternmuster CR 399 liegt im Sternbild Vulpecula/Füchschen. Wegen seiner Form wird es auch Kleiderbügel genannt. Während ich den Kleiderbügel im Jahr 2016 nicht finden konnte, gelang es mir dieses mal - und zwar auf zwei Arten: (1) Gefunden zwischen Altair und Vega, auf der Hälfte ist ein etwas hellerer Stern etwas oberhalb der direkten Verbindung (offensichtlich Albireo), darunter ein doppelter (Anser), darunter der Kleiderbügel; (2) man kann den Kleiderbügel auch über Cygnus/Schwan und Albireo finden. Inzwischen wähle ich immer den zweiten Weg.

Übersichtskarte mit CR 399

Beobachtungen


Cygnus: Albireo

In Vorbereitung

Beobachtungen


Pegasus: M 15

M 15 (NGC 7078) ist ein Kugelsternhaufen, der sich im Sternbild Pegasus befindet. Zusammen mit M 13, M 5 und M 3 wird er zu den "fantastischen Vier" der Kugelsternhaufen am Nordhimmel gezählt (Stoyan). Angeblich bester Kugelsternhaufen im Herbst.

M 15 im Pegasus

Boebachtungen


Andromeda: M 31 (Andromeda-Galaxie)

Die Andromeda-Galaxie M 31 in der Andromeda, aber eher zwischen Andromeda und Cassiopeia gelegen, ist unsere Nachbar-Galaxie und etwa 2,5 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Weil man sie unter guten Bedingungen mit bloßem Auge erkennen können soll, was mir noch nie geglückt ist, ist sie das entfernteste Himmelsobjekt, das wir mit bloßem Auge sehen können. Sie ist im Fernglas und im kleinen Teleskop als diffus schimmerndes längliches Oval zu sehen - und mehr habe ich bisher auch noch nicht erkennen können.

Andromeda-Galaxie M 31 und Doppelsternhaufen NGC 884/869 im Perseus

Die Skizze von Michael Vlasov (DeepSkyWatch.com) zeigt einen ungefähren Eindruck von dem, was ich sah (aber viel schwächer als die Skizze):

Skizze der Andromeda- Galaxie von Michael Vlasov (Copyright © Michael Vlasov 2016) - gezeigt mit Erlaubnis des Autors

Beobachtungen


Perseus: NGC884/NGC 869

Der offene Doppelsternhaufen NGC 884/869 im Sternbild Perseus gilt als ein Höhepunkt ersten Ranges, deshalb hat er bei Stoyan auch eine 5-Sterne-Bewertung erhalten. Angeblich soll er mit bloßem Auge zu sehen sein. Das kann ich nur für sehr dunklen Himmel wie in Frankreich bestätigen. In einem kleinen Fernglas ist er allerdings schon gut zu sehen - vor allem auch als Doppelhaufen.

Karte siehe M 31

Die Skizze von Michael Vlasov (DeepSkyWatch.com) zeigt einen ungefähren Eindruck von dem, was ich sah (aber viel schwächer als die Skizze):

Skizze des NGC 884/869 Doppelsternhaufens von Michael Vlasov (Copyright © Michael Vlasov 2016) - gezeigt mit Erlaubnis des Autors

Beobachtungen


Perseus: Mel 20 (Alpha-Persei-Haufen oder Mirfak-Haufen)

Der offene Sternhaufen Mel 20 um den Stern Mirfak (Alpha Persei) herum im Sternbild Perseus wird eher als eine "Sternassoziation"als ein Haufen angesehen. Ein willkürliches Sternmuster ist er jedoch nicht, weil sich die meisten Sterne der Assiziation in dieselbe Richtung bewegen. Der Sternhaufen ist recht groß (3 Grad laut Stoyan), bereits mit dem Auge sichtbar, sehr schön im Fernglas und für ein Teleskop bereits zu groß.

Der offene Sternhaufen Mel 20 liegt um den Stern Mirfak (Alpha Persei, oben) im Sternbild Perseus

Beobachtungen


Cassiopeia: NGC 457

Der offene Sternhaufen NGC 457 im Sternbild Cassiopeia verdankte seinen Namen Eulenhaufen/-nebel seiner charakteristischen Form, die ihm aber auch den Namen E.T.-Haufen eingebracht hat. Das Objekt ist recht klein, und ich kann es erst im Teleskop erkennen. Im Fernglas sehe ich nur den hellsten Stern, d.h. eines der beiden Augen, und vielleicht einen kleinen Schimmer...

NGC 457 (Eulenhaufen, E.T.-Haufen), zur Orientierung noch die Andromeda-Galaxie M 31, der Doppelsternhaufen im Perseus NGC 884/869 und weitere Deep-Sky-Objekte

Die Skizze von Michael Vlasov (DeepSkyWatch.com) zeigt einen ungefähren Eindruck von dem, was ich eventuell im Sommer/Herbst 2016 sehen wollte: Skizze des NGC 457-Nebels von Michael Vlasov (Copyright © Michael Vlasov 2016)

Hinweis: Ich habe vom Autor nur die Erlaubnis erhalten, auf die Skizze zu verlinken.

Beobachtungen

Wahrscheinlich nicht beobachtet, aber als Anregung für weitere Beobachtungen mit aufgeführt.


Ursa Major : M 81/82 (Bode-Galaxien)

Die Bode-Galaxien M 81 und M 82 befinden sich im Sternbild Ursa Major/Großer Bär (Großer Wagen). Dabei ist M 81 ist die Hauptgalaxie einer Galaxiengruppe, zu der auch die Galaxie M 82 gehört. Nur in einem kleinen Teleskop können die beiden zusammen beoachtet werden, weil der Blickwinkel laut Stoyan mindestes 1,5° betragen sollte. M 81 ist eine Spiralgalaxie, auf die man von oben blickt, M 82 eine irreguläre Galaxie, die man in Kantenlage sieht.

M 81 und M 82, die Bode-Galaxien in Ursa Major/Großer Bär

Die Skizze von Michael Vlasov (DeepSkyWatch.com) zeigt einen ungefähren Eindruck von dem, was ich sah (aber viel schwächer als es die Skizze zeigt): Skizze der Bode-Galaxien von Michael Vlasov (Copyright © Michael Vlasov 2016)

Hinweis: Ich habe vom Autor nur die Erlaubnis erhalten, auf die Skizze zu verlinken.

Beobachtungen


Ursa Major: Mizar

...

Karte ...

Beobachtungen

 

Anmerkungen

Vorbereitung

Bei der Suche nach Deep-Sky-Objekten ist eine gute Vorbereitung wichtig - das liest man, und ich kann es auch bestätigen. "Gute Vorbereitung" heißt im wesentlichen, sich eine Liste der Objekte zusammenzustellen, die man beoabachten möchte - und dazu Hinweise, wo und wie die Objekte zu finden sind.

Ist es das oder ist es das nicht?

Wenn man sein Teleskop mit Hilfe des Leuchtpunktsuchers in etwa auf die gewünschte Himmelsgegend ausgerichtet hat, ins Okular schaut und nichts oder nur "Nebulöses", aber nicht ungedingt nebelartiges sieht, stellt sich natürlich die Frage: Ist der Himmel zu lichtverschmutzt, als dass man das Objekt erkennen kann oder hat man das Objekt nicht korrekt angefahren? Diese Frage habe ich bei manchen Objekten auch nach mehrmaligen Versuchen "von Hand" nicht klären können.

Mit meiner Sky-Watcher Synscan AZ GoTo-Steuerung habe ich nun die Möglichkeit, Himmelsobjekte korrekt anzufahren (das klappt auch nicht immer...). Wenn ich dann trotzdem nichts im Okular erkennen sollte, ist halt mit diesem Teleskop unter den gegebenen Bedingungen "nicht mehr drin"...

 

Referenzen

Alle Sternkarten wurden mit SkySafari Plus für Apple Macintosh erzeugt.

Bücher

Websites

Von dieser Website

 

An den Anfang   Homepage  

gerd (at) waloszek (dot) de

Über mich
made by walodesign on a mac!
14.10.2017