ZWO ASI224-Farbkamera - Weitere Erfahrungen

Aussehen | Einführung | Die Tests | Foto-Vergleiche | Vorläufiges Fazit | Links

Auf dieser Seite beschreibe ich weitere Erfahrungen von Anfang September 2021 mit meiner ZWO ASI224MC Farbkamera (Anfang April 2021 von einem Sternfreund geliehen, am 25.4.2021 ihm abgekauft). Diese Kamera besitzt den gleichen Sony-Sensor wie mein eVscope (Sony IMX224/225), und deshalb interessierte mich, wie sich die Kamera an meinen Teleskopen im Vergleich zum eVscope und zur Atik Infinity-Kamera schlagen würde. Bei dem auf dieser Seite beschriebenen Test habe ich die Teleskope Omegon PS 72/432, Celestron C5 und TS-Optics TLAPO1027 eingesetzt und an verschiedenen DSO ausprobiert. Ich habe mich bemüht, auch das gleiche Objekt mit allen Teleskopen zu fotografieren. Dies gelang zwar nur in einige Fällen, sollte aber trotzdem für einen Vergleich, wie gut die ASI224 zu den einzelnen Teleskopen passt, ausreichen.

 

Einführung

Testausrüstung

PS 72/432 (oberes Foto vom Frühjahr 2021) C5 TLAPO 1027

Fotos: ASI224 im Einsatz an den drei Tuben PS 42/432, C5 und TLAPO1027 Anfang September 2021

 

Die Tests

Allgemeines

In allen Fällen habe ich die ASI224 mit der Software ASIStudio und deren Komponente ASILive betrieben. Dabei habe ich aus Bequemlichkeit keine Darks gemacht, was man am deutlichen Verstärkerglühen erkennen kann. Hotpixels kann ASILive auch ohne Darks entfernen, und diese Funktion habe ich benutzt.

Wenn ich Fotos abspeichere, erhalte ich immer eine FITS- und eine JPG-Version des Fotos, wobei die FITS-Version ohne jegliche Einstellungen gespeichert wird, während die JPG-Version dem aktuellen Bildschirmbild entspricht (mit den entsprechenden Histogramm- und Belichtungseinstellungen). Die FITS-Version kann von vielen Bilverarbeitungsprogrammen nicht gelesen werden. Deshalb lade ich sie nach ASIFitsView und speichere sie dort als JPG ab, meistens schon mit gewissen Hiostogrammeinstellungen (die etwas "fummelig" sind).

Diesmal hatt ich ASILive so eingestellt, dass auch einzelne Frames im FITS-Format gespeichert werden. Das erzeugt jede Menge Dateien und lohnt sich eigentlich nur, wenn man ein besonders schönes Foto noch besser machen möchte, zum Beispiel, indem man bestimmte Frames aus dem Stapel entfernt.

Im folgenden beschreibe ich kurz die Tests und zeige ausgewählte Fotos.

2.9.2021: Nachttest mit PS 72/432

PS 72/432 auf AZ-GTi mit ASI224MC und UV/IR-Cut-Filter; Beobachtet ab 21:30 bis kurz vor halb 12; SynScan-App auf iPhone; ASILive (Hotpixelentfernung, keine Darks).

Reihenfolge: M 13, M 92, M 51 (SQM 20), Nebel (M 20, M 16, M 17) wollten nicht, M 11, M 27 (beide zunächst nicht getroffen, aber gefunden), M 57, Herkules-Galaxienhaufen (NGC 6041), Stephans Quintett (NGC 7317), M 71
(bei den Galaxienhaufen habe ich nicht weiter geprüft, ob sie korrekt angefahren wurden, weil mir das nicht möglich ist).

Fotos

         

M 11, 60frames, 5sec, gain300

 

M 13, 61frames, 5sec, gain300, bearbeitet

 

M 13, aus Einzelbildern gestacked, bearbeitet

   

M 27, 85frames, 5sec, gain300, bearbeitet

 

M 51, aus Einzelbildern gestacked

 

M 57, 72frames, 5sec, gain300, bearbeitet

   

M 71, aus Einzelbildern gestacked

 

M 92, aus Einzelbildern gestacked

 

M 92, aus Einzelbildern gestacked, bearbeitet

Von den Galaxienhaufen zeige ich keine Fotos, weil sie wenig hergeben...

3.9.2021: Nachttest mit C5

Am 3.9.2021, führte ich einen weiteren Test mit der ZWO ASI224MC durch, und zwar am Celestron C5 mit f/6.3 Reducer/Corrector auf der AZ-GTi-Montierung.

C5 mit f/6,3 Reducer/Corrector auf AZ-GTi mit ASI224MC, später auch mit UV/IR-Cut-Filter; Beobachtet ab 22:00 (Fotos ab 22:50) bis gegen 0:30; SQM maximal etwa 20,1; SynScan-App auf iPhone; ASILive (Hotpixelentfernung, keine Darks).

Reihenfolge: M 13 (ab 22:50), M 92, Jupiter mit und ohne Monde, M 27, M 13, Saturn, Jupiter
(ich musste bei allen Objekten außer den Planeten visuell mit meinem 32 mm-Okular "nachhelfen")

Fotos

         

M 13, 48frames, 5sec, gain300, bearbeitet

 

M 13, 72frames, 5sec, gain300, bearbeitet

 

M 92, 60frames, 5sec, gain300

   

M 27, 60frames, 5sec, gain300

 

M 27, 60frames, 5sec, gain300, bearbeitet

 

M 92, 60frames, 5sec, gain300, bearbeitet

Von den Planeten zeige ich hier keine Fotos!

4.9.2021: Nachttest mit TLAPO1027

TLAPO1207 auf Star Discovery mit SynScan WiFi-Modul; SQM um 20 herum; Start der Beobachtungen 21:10, Ende: 0:30; SynScan app auf iPhone, ASILive (Hotpixel aktiviert, keine Darkframes).

Reihenfolge: M 13 (5s, 10s; bei 10s anfangs große Probleme, die gab es auch bei 5s am Beginn, musste diverse Restarts des Stacks machen...), M 92 (musste visuell mit 32 mm-Okular nachhelfen), M 51 (ca. 22:00, SQM 20), M 16 miserables Tracking, M 17, M 20 (zu niedrig und Himmel zu hell), M 11, M 27, M 57 (2s, 5s; ausgewaschen)

Die meisten Objekte habe ich irgendwie finden können, nur bei M 92 musste ich das 32 mm-Okular zu Hilfe nehmen. M 92 war darin ziemlich in der Mitte, mit der Kamera hatte ich ihn aber trotzdem nicht finden können... Generell musste ich die Stacks oft neu starten, weil das Bild unscharf war oder das Stapeln nicht funktionierte. Das Tracking der Montierung schien teilweise schlecht zu sein. Oft wuchs der schwarze Rand mit jedem neuen Bild, manchmal blieb er dann auch wieder stehen...

Fotos

         

M 11, 60frames, 5sec, gain300

 

M 13, 60frames, 5sec, gain300

 

M 16, 48frames, 5sec, gain300

   

M 11, 60frames, 5sec, gain300, bearbeitet

 

M 13, 60frames, 5sec, gain300, bearbeitet

 

M 16, 48frames, 5sec, gain300, bearbeitet

   

M 17, 84frames, 5sec, gain300

 

M 20, 72frames, 5sec, gain300

 

M 27, 96frames, 5sec, gain300

   

M 17, 84frames, 5sec, gain300, bearbeitet

 

M 20, 72frames, 5sec, gain300, bearbeitet

 

M 27, 96frames, 5sec, gain300, bearbeitet

   

M 51, 96frames, 5sec, gain300

 

M 57, 73frames, 5sec, gain300

 

M 92, 60frames, 5sec, gain300

   

M 51, 96frames, 5sec, gain300, bearbeitet

 

M 57, 73frames, 5sec, gain300, bearbeitet

 

M 92, 60frames, 5sec, gain300, bearbeitet

 

Foto-Vergleiche

PS 72/432

 

C5

 

TLAPO1027

           

M 11, 60frames, 5sec, gain300

     

M 11, 60frames, 5sec, gain300, bearbeitet

   

M 13, 61frames, 5sec, gain300, bearbeitet

 

M 13, 48frames, 5sec, gain300, bearbeitet

 

M 13, 60frames, 5sec, gain300, bearbeitet

   

M 27, 85frames, 5sec, gain300, bearbeitet

 

M 27, 60frames, 5sec, gain300, bearbeitet

 

M 27, 96frames, 5sec, gain300, bearbeitet

     

M 51, aus Einzelbildern gestacked

     

M 51, 96frames, 5sec, gain300, bearbeitet

     

M 57, 72frames, 5sec, gain300, bearbeitet

     

M 57, 73frames, 5sec, gain300, bearbeitet

   

M 92, aus Einzelbildern gestacked, bearbeitet

 

M 92, 60frames, 5sec, gain300, bearbeitet

 

M 92, 60frames, 5sec, gain300, bearbeitet

 

Vorläufiges Fazit

Insgesamt zeigen die Fotos bei allen drei Teleskoptuben Stärken und Schwächen, sowohl der Tuben, als auch der Kamera und auch meinerseits. So fällt das deutliche Verstärkerglühen der Kamera auf, das ich vermutlich mit Darkframes hätte vermindern können (erste Tests damit waren allerdings nicht erfolgreich, bzw. die Darkframes anscheinend wirkungslos).

Beim ED-Refraktor PS 72/432 fallen vor allem die bunten Sterne auf, die vermutlich durch die geringeren Qualität der verbauten Linsen verursacht werden. Der TLAPO1027-Refraktor zeigt viel weißere Sterne. Beim PS 73/432 muss ich zudem einen UV/IR-Sperrfilter einsetzen, um ein Aufblasen der Sterne zu verhindern; der TLAPO1027 benötigt diesen nicht, ebensowenig das C5.

Beim C5 fällt mir die geringere Schärfe auf. Deshalb habe ich probeweise auch einmal damit den Sperrfilter verwendet, was aber nichts brachte. Vermutlich war meine Scharfeinstellung nicht optimal.

Insgesamt gefallen mir, von Ausnahmen wie M 57 abgesehen, die Fotos am besten, die ich mit dem TLAPO1027 aufgenommen habe. Leider scheint das Tracking der Star Discovery-Montierung, die ich dafür einsetzen muss, nicht optimal zu sein - zumindest war es das an dem Tag nicht...

 

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15.10.2021