Himmelsobjekte im Fernglas

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Auf dieser Seite stelle ichzusammen, welche Himmelsobjekte ich mit meinen beiden Ferngläsern beobachten konnte. Bei den Ferngläsern handelt sich um das schon ältere Leica Trinovid 10 x 25 BC, das ein kompaktes und leichtes Fernglas und absolut kein "Nachtglas" ist, und das im Oktober 2017 erworbene TS 10 x 60 LE Porro Fernglas, das etwa die gleiche Vergrößerung aufweist, aber nachttauglich ist.

Diese Liste soll dazu dienen, Interessierten Anregungen dafür zu geben, welche Himmelsobjekte bereits mit einem Fernglas beobachtet werden können - sofern der Himmel dunkel genug ist.

Hinweis: Siehe auch Seite Meine Ferngläser.

 

Einführung

Das Leica Trinovid 10 x 25 BC habe ich Anfang der 1990er Jahre erworben, weil ich ein kompaktes und leistungsstarkes Fernglas besitzen wollte, das ich auch gern auf Reisen mitnehme. Es hat mich darin nicht enttäuscht. Natürlich habe ich dieses Fernglas auch für Himmelsbeobachtungen eingesetzt, ich hatte ja bis vor kurzem kein anderes, wohl wissend, dass es eigentlich kein Nachtglas ist. Der Mond läßt sich jedoch sehr gut damit beobachten und im Jahre 2017 konnte ich sogar die Andromeda-Galaxie unter gutem französischem Nachthimmel gut sehen (jedenfalls besser als je zuvor). Es ist auch gut für größere offene Sternhaufen geeignet, obwohl dafür eine 10-fach Vergrößerung manchmal schon zu viel ist, während es für kleinere offene Sterhaufen und Kugelsternhaufen (und die meisten Galaxien) eher zu wenig vergrößert.

Das TS 10 x 60 LE Porro-Fernglas habe ich im Oktober 2017 (bei Teleskop-Spezialisten) erworben, weil ich nach den guten Erfahrungen im September 2017 bei dunklem Nachthimmel in Frankreich sehen wollte, was ein Nachtglas mehr an Objekten zeigen kann als das Leica-Fernglas bereits zeigt. Meine ersten Eindrücke mit diesem Fernglas sind recht positiv.

Fotos: Meine Ferngläser, das kleine Leica Trinovid 10 x 25 BC und das große TS 10 x 60 LE

Hinweis: Siehe auch Seite Meine Ferngläser.

 

Besuchte Himmelsobjekte - Übersicht

Im folgenden gebe ich eine Übersicht über die von mir mit meinen Ferngläsern beobachteten Himmelsobjekte (den Mond erwähne ich nicht extra).

Ferngläser

Übersicht

DSO
Name Sternbild Typ
Fernglas
Details Seite Leica Trinovid 10 x 25 BC TS 10 x 60 LE
St 2 St 2 Muskelmännchen Cassiopeia OS 13.11.2017 14.10.2017; 13.11.2017
M 31 M 31 Andromeda-Galaxie Andromeda G Feb/Mär 2017; Mai 2017; Sep 2017, Haute Loire; Okt 2017; 13.11.2017 Okt 2017; 13.11.2017
NGC 884/869 NGC 884/869 Perseus-Doppelhaufen Perseus OS Okt 2016; Feb/Mär 2017; Sep 2017, Haute Loire; Okt 2017; 13.11.2017 Okt 2017; 13.11.2017
M 34 M 34 Offener Sternhaufen Perseus OS 13.11.2017 13.11.2017
Mel 20 Mel 20 Alpha Persei (= Mirfak)-Haufen Perseus OS Sep 2017, Haute Loire; Okt 2017; 13.11.2017 Okt 2017; 13.11.2017
M 13 M 13 Herkules-Kugelhaufen Hercules KS Sep 2016 und 2017, Haute Loire; immer wieder in MH... 14.10.2017; 13.11.2017
M 92 M 92 Kugelhaufen Hercules KS Sep 2016, Haute Loire Okt 2017
M 39 M 39 Offener Sternhaufen Cygnus OS 13.11.2017 13.11.2017
CR 399 CR 399 Kleiderbügel-Haufen Vulpecula SM Sep 2017, Haute Loire; Okt 2017; 13.11.2017 Okt 2017; 13.11.2017
M 44 M 44 Praesepe/Krippe Cancer OS Feb/Mär 2017; Mai 2017 ---
Mel 111 Mel 111 Coma Berenike-Haufen Coma Berenice OS Mai 2017 ---
M 45 M 45 Plejaden/Siebengestirn Taurus OS Feb/Mär 2017; Okt 2017; 13.11.2017; immer wieder in MH... Okt 2017; 13.11.2017
Mel 25 Mel 25 Hyaden Taurus OS Feb/Mär 2017; Okt 2017; 13.11.2017 13./14. Okt 2017, 4.11.2017; 13.11.2017
M 42/43 M 42/43 Orion-Nebel Orion GE Feb/Mär 2017; immer wieder in MH..., 12.12.2017 4.11.2017, 12.12.2017
M 35 M 35   Gemini OS 12.12.2017 12.12.2017

G = Galaxie, GE = Galaktischer Emissionsnebel, OS = offener Sternhaufen, KS = Kugelsternhaufen, SM = Sternmuster

 

Die Objekte

Cassiopeia: St 2 (Muskelmännchen)

Der offene Sternhaufen St 2 im Sternbild Cassiopeia verdankte seinen Namen Muskelmännchen seiner charakteristischen Form und ist laut Stoyan "Pflicht" für kleine Teleskope. Er kann bei geringer Vergrößerung oder im Fernglas auch zusammmen mit dem Doppelsternhaufen im Perseus beobachtet werden. Mit dem Fernglas hatte ich allerdings bisher Mühe, das Muskelmännchen überhaupt zu erkennen.

Stock 2 - By Roberto Mura (Own work) [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons)

St 2 zwischen Cassiopeia und Perseus (der offene Sternhaufen gehört zur Cassiopeia) und Perseus Doppelhaufen NGC 884/869

Beobachtungen


Andromeda: M 31 (Andromeda-Galaxie)

Die Andromeda-Galaxie M 31 in der Andromeda, aber eher zwischen Andromeda und Cassiopeia gelegen, ist unsere Nachbar-Galaxie und etwa 2,5 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Weil man sie unter guten Bedingungen mit bloßem Auge erkennen können soll, was mir noch nie geglückt ist, ist sie das am weitesten weg gelegene Himmelsobjekt, das wir mit bloßem Auge sehen können. Sie ist im Fernglas und in kleinen Teleskopen als diffus schimmerndes längliches Oval zu sehen - und mehr habe ich bisher auch noch nicht erkennen können. Bei gutem Nachthimmel (September 2017, Frankreich) habe ich immerhin im Fernglas (Trinovid) einen helleren Kern erkennnen können.

Andromeda-Galaxie M 31, Perseus Doppelhaufen NGC 884/869 und Mirfak (alpha Persei); außerdem ist der Pfad gezeigt, der mich zu M 31 führt und der drei Sterne im Sternbild Andromeda entlang läuft (im Herbst steht ny Andromeda oben).

Beobachtungen


Perseus: NGC 884/869 (Perseus Doppelhaufen)

Der offene Doppelsternhaufen NGC 884/869 im Sternbild Perseus gilt als ein Höhepunkt ersten Ranges, deshalb hat er bei Stoyan auch eine 5-Sterne-Bewertung erhalten. Angeblich soll er mit bloßem Auge zu sehen sein, aber das kann ich nicht bestätigen. In einem kleinen Fernglas ist er allerdings schon gut zu sehen - vor allem auch als Doppelhaufen.

Doppelsternhaufen NGC 884/869 im Perseus und Andromeda-Galaxie M 31 (Februar/März)

Beobachtungen


Perseus: M 34

Der offene Sternhaufen M 34 befindet sich im Sternbild Perseus. Karkoschka und Stoyan zufolge ist er primär ein Objekt für die Beobachtung mit dem Fernglas, aber sie empfehlen auch, das Zentrum des Haufens mit einem kleinen Teleskop (also bei niedriger Vergrößerung) zu beobachten.

M 34 im Sternbild Perseus

Beobachtungen


Perseus: Mel 20 (Alpha Persei oder Mirfak-Haufen, Perseus-Bewegungshaufen)

Der offene Sternhaufen Mel 20 um den Stern Mirfak (Alpha Persei) herum im Sternbild Perseus wird eher als eine "Sternassoziation"als ein Haufen angesehen. Ein willkürliches Sternmuster ist er jedoch nicht, weil sich die meisten Sterne der Assiziation in dieselbe Richtung bewegen. Deshalb heißt er auch Perseus-Bewegungshaufen. Der Sternhaufen ist recht groß (3° laut Stoyan), bereits mit dem Auge sichtbar, sehr schön im Fernglas und für ein Teleskop bereits zu groß.

Der offene Sternhaufen Mel 20 liegt um den Stern Mirfak (Alpha Persei, unten) im Sternbild Perseus (September)

Beobachtungen


Herkules: M 13 (Herkules-Haufen)

Der Kugelsternhaufen M 13 im Sternbild Hercules/Herkules ist wohl der größte Kugelhaufen am Nordhimmel. Er befindet sich am rechten Rand der Keystone-Sterngruppe, des prominentesten Teiles des Sternbildes, ist etwas unrund und je nach Autor 8' oder 15' groß. Insgesamt ist dieser Sternhaufen jedoch sogar im Feldstecher ein leicht zu findendes Objekt, jedenfalls, wenn man die Keystone-Sterngruppe gefunden hat.

M 13 liegt am rechten Rand der Keystone-Sterngruppe (1/3 von oben) und ist relativ leicht zu finden, wenn man erst ein mal das Keystone-Trapez gefunden hat.

Beobachtungen


Herkules: M 92

Der Kugelsternhaufen M 92 im Sternbild Herkules ist etwas kleiner (je nach Autor 7' oder 8' groß) als sein bekannterer "Bruder" M 13. Er befindet sich oberhalb des Keystone-Sternmusters, des prominentesten Teiles des Sternbildes, und war für mich deutlich schwerer aufzufinden als M 13. In meinen Ferngläsern war M 92 auch sehr klein.

M 92 liegt oberhalb der Keystone-Sternengruppe und war für mich schwieriger zu finden als M 13. Zunächst den Keystone suchen!

Beobachtungen


Cygnus: M 39

Der offene Sternhaufen M 39 befindet sich im Sternbild Cygnus/Schwan ist eher ein Fernglasobjekt, wobei Stoyan und Karkoschka unterschiedlicher Meinung über den Anblick im Teleskop sind.

M 39 oberhalb des Schwans

Beobachtungen


Vulpecula: CR 399 (Kleiderbügel)

Das Sternmuster CR 399 liegt im Sternbild Vulpecula/Füchschen. Wegen seiner Form wird er auch Kleiderbügel genannt. Am einfachsten finde ich ihn über das Sternbild Cygnus/Schwan und Albireo an seinem Ende.

Überblickskarte für CR 399, M 29, M 27, NGC 6960/6992/5, NGC 7000, M 57, M 56 und M 71

Beobachtungen


Cancer: M 44 (Praesepe/Krippe)

Der Cancer/Krebs gehörte nicht zu den Sternbildern, die ich wirklich kannte. Und vom offenen Sternhaufen Praesepe (M 44), 70' groß und auch Krippe oder Bienenstock genannt, hatte ich bis zum Jahr 2016, in dem ich Deep-Sky-Bücher erwarb, noch nichts gelesen. Praesepe liegt ungefähr am Kreuzungspunkt der Linien, die von Castor/Pollux und von Procyon ausgehen. Im Fernglas (Trinovid) war sie relativ schwach zu sehen - fast wie ein Nebel, aber kleine Sternenpünktchen waren erkennbar.

M 44 (Praesepe/Krippe) im Cancer/Krebs und Lage in Bezug auf Castor und Pollux in Gemini/Zwillinge

Beobachtungen


Coma Berenice: Mel 111 (Coma-Berenike-Haufen)

Der offene Sternhaufen Mel 111 im Sternbild Coma Berenices/Haar der Berenike, auch Coma-Sternhaufen genannt, ist seit dem Altertum bekannt und macht den Hauptteil des Haars der Berenikes aus. Nach den Hyaden ist er der zweitgrößte Sternhaufen am Himmel (3,5°). Ich habe den Sternhaufen schon mit bloßem Auge schimmern sehen können, und er sollte im Teleskop nur mit ganz geringer Vergrößerung angesehen werden.

Mel 111 im Sternbild Coma Berenices/Haar der Berenike sowie der Kugelsternhaufen M 53 und die Galaxie M 64

Beobachtungen


Taurus: M 45 (Pleyaden/Siebengestirn) und Mel 25 (Hyaden)

Die Plejaden (M 45, Siebengestirn) im Taurus/Stier kenne ich schon seit meiner Kindheit. Sie zu finden, stellte also kein Problem für mich dar, zumal sie sind bereits mit bloßem Auge gut zu erkennen sind. Sie sind auch ein schönes Objekt im Feldstecher.

Die Hyaden (Mel 25) im Taurus/Stier habe ich erst in im Winter 2016/17 richtig kennengelernt. Sie bilden grob ein Dreieck, an dem man sich orientieren kann. Man findet sie im Februar zum Beispiel, indem man von den Plejaden ausgeht und ein Stück nach links unten wandert bis man zu einem auffällig gelbem Stern gelangt. Das ist Aldebaran im Taurus/Stier, der den unteren Schenkel des Hyadendreicks links begrenzt. Man kann dann nach rechts bis zur rechten Spitze des Dreickes weitergehen und dem anderen Schenkels wieder nach links oben folgen. Die Hyaden (5° x 4°) passen gerade in das Sichtfeld eines Opernglases, habe ich gelesen (ich besitze keines...), und sind in meinen Ferngläsern deshalb nicht vollständig zu überblicken.

    
M 45 Plejaden  

Mel 25 Hyaden (groß)

Beobachtungen


Orion: M 42/43 (Orion-Nebel)

Der Orion ist vermutlich eines der Sternbilder, die fast jeder kennt. Auch sein Gürtel ist gut bekannt, sein Schwert wahrscheinlich weniger und auch nicht so gut zu sehen wie der Gürtel. Aber genau mitten in diesem befinden sich der Orionnebel M 42 (galaktischer Emissionsnebel) und sein "Anhang" M 43.

Man sagt, dass der Orionnebel mit bloßem Auge zu sehen sein soll. Das hängt sicher von den Bedingungen ab, aber das Schwert kann man auf jeden Fall schimmern sehen, wenn es dunkel genug geworden ist. Was davon dann genau der Nebel ist, ist für mich schwer zu sagen... Mit dem Fernglas kann man den Nebel bereits gut erkennen und darin zwei helle Sterne, von denen einer das Trapez ist. Dies ist eine Anordnung von 4 eng beieinander stehenden Sternen im Zentrum des Nebels, die ich aber erst bei stärkeren Vergrößerungen im Teleskop auflösen konnte.

Vereinfacht gesagt, hat der Orionnebel etwa die gleiche Ausdehnung wie Mond oder Sonne (25' x 30'). Wie ausgedehnt er tatsächlich erscheint, hängt zum einen von den Sichtbedingungen und zum anderen von der Dunkeladaption der eigenen Augen ab.

M 42 und M 43 im Schwert des Orions; M 78 (oben links) steht zwischen Alnitak und Betelgeuse

Beobachtungen


Gemini: M 35

Das Sternbild Gemini/Zwillinge kannte ich bisher nicht, aber vor kurzem hat mich ein Freund auf das Sternenpaar Castor und Pollux aufmerksam gemacht, das sich am Nachthimmel leicht auffinden läßt. Die alte Form des Sternbildes Zwilling erinnert mich an eine auf der Seite liegendes Gefäß. Deshalb kann ich sie mir merken und zum Auffinden des offenen Sternhaufens M 35 verwenden, der angeblich sogar mit bloßem Auge zu sehen sein soll. M 35 befindet sich allerdings auf der entgegengesetzten, rechten (offenen) Seite des Gefäßes oberhalb des letzten Sternes des Sternbildes (der etwas "nach oben abbiegt" = die "Tülle").

M 35 über dem rechten oberen Ende von Gemini/Zwillinge

Es gibt noch einen dritten Stern auf dieser Linie, aber der ist etwas schwächer und gehört nicht mehr zum Sternbild Zwillinge. Wenn man von ihm aus ein kleines Stück nach links geht, sollte man den Sternhaufen M 35 finden (etwa oberhalb des Endsterns). Das ist mir mit meinen Ferngläsern sogar gelungen.

Beobachtungen

 

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13.12.2017